Meine Gedanken zur See

 

Die Sehnsucht nach der Freiheit treibt

uns dorthin, wo die Seele schweigt.

Hinaus auf's off'ne, weite Meer,

werden uns'rer Sinne wieder Herr.

 

In Stille lauschen wir der Ferne,

nichts als Wasser, nichts als Sterne.

Frieden in der Einsamkeit,

sind wir im Inner'n nun bereit.

 

Tief hinab, so sinkt das Lot

und wir sind eins, im Seemannstod.

 

 

Nils Wiegand, Oktober 2017

 

 

 


Seemannstod - Eine Präsentation

Ich durfte am 21.09.2017 mein Label im Rahmen des 9. Fuldaer Innovationsabends vorstellen. Dafür habe ich die Essenz von Seemannstod auf das Minimum heruntergebrochen und arbeitete anschließend mit folgender Präsentation:


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Bericht über Seemannstod auf Osthessen-News vom 06.04.17

Nils Wiegands Label "Seemannstod" erobert gerade die Mode-Welt

 

Nils Wiegand ist der Macher von "Seemannstod" Foto: privat

06.04.17 - FULDA

Das Wasser der Elbe wirft Wellen, die behäbig an den Kai des Hamburger Hafens klatschen. Auf dem großen Fluss fahren beleuchtete Schiffe, die Möwen kreischen, und Nils Wiegand ist von einem auf den anderen Moment verliebt. Verliebt in die Schiffe, das Wasser, die Atmosphäre. Seitdem der heute 27-Jährige als kleines Kind so am Hamburger Hafen gesessen hat, schlägt sein Herz für die Schifffahrt und alles, was damit zu tun hat. Ende vergangenen Jahres hat der Mann mit dem Anker-Tattoo neben dem Auge sein eigenes Label gegründet: Es heißt "Seemannstod", und Nils Wiegand nennt es "mein Baby".

Wenn Nils Wiegand einen Raum betritt, dann gehören die Blicke der Anwesenden ihm. Seinen Vollbart, die vielen Tätowierungen und den kleinen Anker neben dem Auge trägt er mit Stolz. Genauso wie seinen schwarzen Pullover, den ein Schriftzug ziert: "Seemannstod" steht in großen weißen Lettern darauf geschrieben. Ein Querdenker war der 27-Jährige schon immer, findet er selbst. "Ich mache selten alltägliche Dinge", sagt er und streicht mit Zeigefinger und Daumen über seine Barthaare. Die hatte er schon, bevor jeder damit herumgelaufen ist. "Bei mir ist der Bart nicht nur ein Trend." Das gleiche gilt für die Tätowierungen, die fast seinen ganzen Körper zieren. Einige davon hat er sich selbst gestochen. Damals, als er noch nicht genau wusste, was genau er mit seinem Leben anfangen will.

Nils Wiegand und seine Crew Foto: DR Photoperformance

Dieser Unsicherheit war auch die Ausbildung zum Bankkaufmann geschuldet, die er bei der Sparkasse seiner Heimatstadt Fulda absolvierte. "Aber das hat überhaupt nicht zu mir gepasst", sagt er, und das glaubt man ihm sofort. "Ich war eigentlich immer auf der Suche nach etwas, das mir gefällt." Das Studium "Digitale Medien", das er im Anschluss anfing, war zwar schon eher etwas, was in diese Richtung ging, aber als er im vergangenen Jahr zu Stift und Papier griff und das Seemanns-Motiv "Der Untergang" zeichnete, war Nils zum allerersten Mal richtig zufrieden mit etwas, sagt er.

Über Nacht sei ihm dann der Name "Seemannstod" eingefallen, und am nächsten Morgen spielte er bereits mit dem Gedanken, ein eigenes Label zu gründen. Heute zieren seine Motive die Klamotten zahlreicher Menschen von Fulda bis Hamburg und sogar in den USA. "Anfangs habe ich ganz einfach Blanko-Pullis und Hemden gekauft und meine Zeichnungen darauf drucken lassen." Zuerst nur für sich selbst, doch schon bald fragten Freunde und Bekannte, was er da trug. "Also hab ich auch für sie Klamotten entworfen." Schon bald war das Feedback auch von Fremden so positiv, dass sich die Idee, das Label zu gründen, festigte. "Zu sehen, dass andere Menschen meine Kleidung tragen, ist unfassbar, ein riesiges Gefühl."

 

          Foto: DR Photoperformance

 

       Foto: DR Photoperformance

 

Nils Wiegand macht heute das, was er liebt. Von seinem einstigen Hobby kann er mittlerweile leben. Aber dieses Glück möchte er nicht für sich allein beanspruchen: Während der 27-Jährige von seinem Label erzählt, lässt er immer wieder das Wort "Crew" fallen. Seine Crew, das sind die Models, die für ihn posieren, die Fotografen, die seine Ideen umsetzen und die Menschen, die "Seemannstod" mit Stolz tragen. Außerdem geht von jeder Bestellung, die in seinem Online-Shop gemacht wird, ein Euro an das Tierheim Fulda-Hünfeld, wo Nils selbst als "Gassi-Geher" aktiv ist. "Wenn man das tut, was man liebt, kann man doch auch etwas weitergeben", findet er. 

Foto: RIKK ART -

Das Bartöl "Auf See" stellt Nils Wiegand selbst her

"Seemannstod" gibt es heute vor allem in Nils' Online-Shop. Kunden aus Fulda können sich die Kleidung und individuelles und handgefertigtes Bartöl auch bei Nils zuhause kaufen. Doch das soll so nicht bleiben: "Im Moment bin ich im Gespräch mit einigen Fuldaer Läden, die vielleicht schon bald, meine Ware anbieten." Auch einen eigenen Laden soll es irgendwann geben. In Fulda und auch in Hamburg, der Stadt, die Nils bei seiner Arbeit inspiriert. "Bisher hat alles geklappt, was ich gemacht habe, warum also nicht auch das?" (Suria Reiche) +++

 

 


Alben des Jahres 2016

Musik und Seemannstod, das passt. Ich persönlich könnte mir ein Leben ohne Musik in keinster Weise vorstellen, ohne meine Kopfhörer gehe ich so gut wie nie aus dem Haus. Auch bei der Entstehung der Marke Seemannstod hat die Musik als Quelle der Inspiration eine große Rolle gespielt und da sich dieses ereignisreiche Jahr nun langsam dem Ende zuneigt, möchte ich Euch meine persönlichen Lieblingsalben 2016 vorstellen. Was ist Euer Favorit? Schreibt Eure Meinungen gerne in die Kommentare, ich bin gespannt!


Touché Amoré - Stage Four

 

Die amerikanische Post-Hardcore Band aus dem sonnigen Los Angeles ist nun schon seit gut 5 Jahren, seit ihrem Meilenstein Parting the Sea Between Brightness and Me, meine absolute Lieblingsband. Keine andere Band erschafft solch energiegeladene und doch melancholische Stücke. Noch dazu lädt fast jede Textzeile des Sängers Jeremy Bolm dazu ein, als Tätowierung auf den Körpern der Anhängerschaft verewigt zu werden. Dementsprechend war die Freude groß, als im September diesen Jahres dann ihr neuestes Werk Stage Four veröffentlicht wurde und anders als bei vielen anderen ehemaligen Herzensbands wurde ich mit diesem Werk in keinster Weise enttäuscht. Die neue Platte ist ruhiger, melancholischer, handelt sie doch vom Krebstod der Mutter Bolms in 2014. Das Thema Tod wurde musikalisch wohl noch nie so intensiv und ehrlich behandelt wie auf Stage Four. Jede Zeile, jeder Akkord scheint direkt aus Bolm´s Herzen in die Platte eingraviert worden sein. Es entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, die trotz der Melancholie jedoch auch Hoffnung und Kraft gibt. Touché Amoré scheint einfach zu gut zu sein, um nur Musik zu machen.

 

Rundum ist Stage Four wieder ein Meisterstück der Band und der etwas andere Sound im Vergleich zu den Vorgängern kann als wertvolle Weiterentwicklung gesehen werden, nichts liebe ich mittlerweile so sehr, als Parting the Sea Between Brightness and Me (2011), Is Survived By (2013) und  nun Stage Four nacheinander durchlaufen zu lassen. Solltet Ihr auch nur irgendeinen Bezug zu Post-Hardcore haben, dann lehnt euch zurück und hört Euch die Platten an. Aber wundert Euch nicht, wenn Ihr im Verlauf der Session mal nur so vor Energie strotzt und dann wieder die ganze Welt in Frage stellt, denn wie gesagt, Touché Amoré ist zu gut, um nur Musik zu machen.

 

Lieblinge:

  • Flowers and You
  • Rapture
  • Palm Dreams
  • Posing Holy
  • Scyscraper

Natürlich gab es dieses Jahr auch noch andere Platten, die mich nicht minder begeistert und begleitet haben, als da wären:

  • Swiss & die Andern - Missglückte Welt
  • The Matter of China - Zila
  • Leonard Cohen - You Want It Darker
  • Tamas - Kopf.Stein.Pflaster.

Hört auf jeden Fall mal in alle rein und wenn Ihr Lust habt, schreibe ich auch zu diesen Platten noch etwas mehr, lasst es mich einfach wissen und wie gesagt, legt mir Eure Lieblinge bitte in den Kommentaren ans Herz.

 

 

Bis dahin, lasst es Euch gut gehen,

Euer Nils

 

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Warum Seemannstod?

Ahoi Seebräute & Seemänner,

 

um den Seemannstod-Blog zu entjungfern, möchte ich Euch die Frage beantworten, die Ihr mir in den Tagen nach Release der Marke am häufigsten gestellt habt: Wie kam es dazu, dass du deine eigene Marke gegründet hast und warum der Name Seemannstod?

 

Nun, angefangen hat es damit, dass ich eigentlich nur kleine, unkomplizierte Motive zeichnen wollte, die ich mir als Hobbytätowierer selbst hätte stechen können. Die Prämisse lautete, möglichst viel Aussage in möglichst wenige Linien zu packen. Schaut man sich meinen rechten Arm an, erkennt man meine Vorliebe für traditionelle Seefahrtsmotive und so entstand das Untergangs-Motiv: Sarg, tosendes Meer, Unwetter und der Schiffsuntergang. Sofort verliebte ich mich in dieses Motiv, was mir bei meinen bestimmt 5.000 Zeichnungen zuvor in meinem Leben noch nie so passiert ist. Endlich hatte ich mein Meisterstück abgeliefert, simpel und doch ausdrucksstark. Ein Name musste her, vielleicht ließ sich dieser in das Tattoo mit einarbeiten. Sofort schoss mir der Seemannstod durch den Kopf, denn das war schließlich die Quintessenz dessen, was auf dem Bild zu sehen war. Schickes Motiv, passender Name, ich konnte zufrieden einschlafen und freute mich auf eine Tätowiersession am nächsten Tag.

 

Dass aus dieser Idee schließlich mehr wurde, als nur das, entschied sich wortwörtlich im Schlaf. Ein unterbewusster Gedankenprozess kam in Gang und so war am nächsten Morgen der Entschluss gefasst, daraus eine ganze Marke zu entwickeln. Seemannstod Klamotte & Bartöl sollte mein Baby werden. Die nächsten Wochen erlebte ich wie im Flow, ich lebte nur noch für diese eine Idee und so kann ich nach einem Monat stolz darauf zurückblicken, was seit der entscheidenden Nacht daraus geworden ist. Rückblickend war es nicht nur damals wohl Schicksal und ich bin dankbar für jede wirre Reise auf dem Weg, hin zu Seemannstod.

 

Wenn ihr weitere Fragen zum Enstehungsprozess von Seemannstod habt, lasst sie mich in den Kommentaren wissen, ich werde sie Euch gerne beantworten.

 

Bis dahin, Ahoi & beste Grüße, Nils

 


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